Leere Versprechungen seit 2009

Zur Erinnerung, Angela Merkel versprach in Ihrer Neujahresrede 2009 ein Ausbau der Breitbandnetze auf 50mbit/s bis 2014. Sie hatte besonders die Chancengeichheit und Verbesserung der Lebensqualität im ländlichen Raum durch diese Maßnahme angekündigt.

Heute im Jahre 2016 steht die Frage nach bezahlbaren und fairen Tarifmodellen für Breitband-Internet, besonders vor dem Hintergrund Chancengeichheit, wie nie zuvor im Raum. Auch der verzögerte, versäumte und vergessene Ausbau der Netze steht wieder auf der Politischen Tageskarte. Der Verkehrsminister Dobrindt verkündete das Bundesförderprogramm für den Breitbandausbau welches mittels 2,7 Milliarden Fördergelder die Netze bis Ende 2018 auf einheitliche 50mbit/s sanieren soll.

Das wird dann aber auch allerhögste zeit, denn die Telekom plant die Umstellung aller regulären Telefonanschlüsse auf IP-Telefonie ebenfalls bis Ende 2018.

Ohne kabelgebundene Breitbandnetze bedeutet das für die derzeitigen Kunden eine quasi Kündigung der aktuellen Telefonanschlüsse und der Zwang zum Umstieg auf die unzuverlässigen und laut Netzbetreiber vollkommen überlasteten Funkbasierten Lösungen (LTE, UMTS, GPRS).

Bei schlechtem Wetter, Stromausfall oder wenn zu viele Nachbarn gleichzeitig youtube gucken, könnte der Anruf bei 110 oder 112 ein wenig problematisch werden.

Wenn man bedenkt, dass der Bundesgerichtshof 2013 das Internet als Grundrecht „von zentraler Bedeutung“ deklarierte, fühlt man sich mit dem Wissen, dass im ländlichen Raum das Festnetz Telefon in seiner zuverlässigen Form bald Geschichte ist, leicht verarscht.

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